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Die Peter Fuld Stiftung unterstützt das Projekt Mädchenbüro Milena e.V. mit der Übernahme der Kosten für eine Honorarkraft

1. Ziel des Projektes

Das Projekt Quer- und Seiteneinsteigerinnen des Mädchenbüro Milena e.V. richtet sich an Schülerinnen aus Intensivklassen, die aus einem familiären Umfeld kommen, wo Mehrfachbenachteiligungen vorherrschen: fehlende Sprache, Armut und zum Teil wenig Bildung und Abschottung.

Schülerinnen aus Intensivklassen sind Kinder und Jugendliche , die aus unterschiedlichsten Gründe nach Deutschland migriert sind. Sie haben keine oder nur sehr geringe Deutschkenntnisse. Sie erwerben erste Sprachgrundlagen, um verstehen, sprechen und lesen zu können. Nach ca. 1 Jahr (spätestens 2 Jahren) wechseln die Schülerinnen dann in ihre Regelklasse. Schülerinnen aus Intensivklassen unterschiedlichsten Alter und Leistungsstandes lernen gemeinsam in einer Gruppe. Das ist nicht einfach, denn viele sprechen nur wenig oder gar kein Deutsch. Neben den kulturellen Unterscheiden, gibt es auch unterschiedliche Schulerfahrung. So gibt es beispielsweise Schüler, die in ihrem Herkunftsland nie regelmäßig die Schule besucht haben oder über ein altersangemessenes Bildungsniveau verfügen.

Erschwerend kommt noch hinzu, dass ein großer Teil der Schülerinnen verängstigt ist. Sie sind traumatisiert aufgrund ihrer Fluchterfahrungen, weil sie ihr gewohntes soziales Umfeld zwangsweise verlassen mussten. Hier braucht es großes Einfühlungsvermögen, Zuwendung, Verständnis und Zeit, um anzukommen und sich geborgen zu fühlen.

Mit der Eingruppierung in eine Regelklasse schwinden die Probleme nicht. Die meisten Schülerinnen können mit dem Tempo des Unterrichtsstoffes nicht schritthalten. Ihre sprachlichen Defizite erschweren ihnen dem Regelunterricht zu folgen. Bezahlte professionelle Nachhilfe können sich die meisten Schülerinnen nicht leisten.

2. Zielgruppe

Das Projekt richtet sich an Mädchen im Alter von 11 bis 18 Jahren, die den oben angeführten Kriterien entsprechen. Die Gruppengröße darf die Anzahl von 14 Mädchen nicht übersteigen, da sonst eine ganzheitliche Förderung nicht mehr gewährleistet wird.

3. Projektrahmen

Die Schülerinnen haben die Möglichkeit an fünf Tagen der Woche, in der Zeit von 15.00 Uhr bis 18.30 Uhr unter Anleitung von Honorkräften und Ehrenamtlichen ihren Lernstoff zu vertiefen. Eine intensive Lernatmosphäre soll entstehen, die auch mit den notwendigen Lernmaterial  unterstützt wird, wie Computer, Bücher, Schul- und Arbeitsmaterialien. Darüberhinaus gibt es eine  Imbissversorgung und Getränke, so dass die Schülerinnen in den Lernpausen sich stärken können. Die Begegnung von Alltagssituationen finden anhand von Ausflügen zum Supermarkt, Sportvereine, Zoo, Museen etc statt. Aktiv wird die Sprache auch durch das Kaufen einer Fahrkarte, das Terminieren von Arztbesuchen und gemeinsames Kochen angeregt. Die Lerngruppe soll selbstgesteuert und eigenverantwortlich ihren Lernprozess mitgestalten.

4. Projektziel

Die Schülerinnen sollen praktische Lernerfahrungen im außerschulischen Kontext ermöglicht werden. Hierfür werden regelmäßig Exkursionen und gemeinsame Freizeitaktivitäten angeboten. Die Schülerinnen sollen gefördert werden, um dem Lernstoff folgen zu können und damit gleiche Bildungschancen zu erhalten. Auch das Wissen um das deutsche Schulsystem und die daraus resutierenden Schulabschlüsse und Bildungschancen sind ein wichtiger Teil des Projektes,  um auch die Berufsfindung zu unterstützen. In dem Rahmen des Mädchenbüros sollen die Schülerinnen ermöglicht werden, das Erlernte in der Schule zu wiederholen, zu vertiefen und ggf. nachzufragen.

5. Kooperationspartner

Das Projekt wird mit allen Frankfurter Schulen durchgeführt, die Deutsch- Intensiv- Kurse anbieten:

Falkschule, Georg Büchner Schule, Michael- Ende Schule, Paul- Hindemith- Schule, Sophienschule, Frankfurter Schule für Bekleidung und Mode sowie die Gutenbergschule.

Die Peter Fuld Stiftung finanziert eine Honorkraft im Jahr 2018. Das Projekt soll bis zum Ende des Schuljahrs 2018/2019 weitergeführt werden.

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