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TalenteWerkstatt

Erstmals im Jahr 2009 hat die Gesellschaft für Wirtschaftskunde e.V. mit mehreren Kooperationspartnern eine Kompetenzfeststellung für Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse aus fünf verschiedenen Hauptschulen aus Hanau und Umgebung durchgeführt. In der "TalenteWerkstatt" können die Schüler mindestens 3 von 20 Berufsfelder intensiv praktisch ausprobieren, denn sie sind fast zwei Wochen, 80 Zeitstunden , in den Werkstätten. Aufgrund der positiven Resonanz, im Hinblick auf das Engagement für die eigene Berufswahl, übernimmt das Bundesministerium für Bildung und Forschung 50% der Kosten. Weitere Förderer kommen aus der Region. Für die Umsetzung ist das Bundesinstitut für berufliche Bildung als Programmveranstalter beauftragt. Der GFW (Gesellschaft für Wirtschaftskunde e.V.) ist im Laufe der Jahre gelungen, das Programm mehr und mehr in die schulischen BO- Konzepte zu implementieren.

Die Peter Fuld Stiftung ist seit Januar 2010 Kooperationpartner in diesem erfolgreichen Projekt, da ein großer Anteil von Jugendlichen, die aufgrund ihrer Herkunft benachteiligt sind, angesprochen werden. 

Für 2018 hat die Peter Fuld Stiftung ihre finanzielle Unterstützung wieder zugesagt. Es ist geplant , die TalenteWerkstatt für rund 600 Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen durchzuführen. Jeder bekommt am Ende der zwei Wochen einen detaillierten Kompetenzprofilbogen, mit dem er , die Lehrkräfte, die Eltern eine gute Grundlage zur weiteren Gestaltung des Berufswahlprozesses haben.

Die GfW will mit dem Programm das Interesse und den Spaß an einer betrieblichen Ausbildung wecken. Die einzelnen idealtypischen Phasen der Berufsorientierung sind Orientierung, Entscheidung und Realisierung. In der TalenteWerkstatt ist das grundlegende Ziel, dem Schüler die Möglichkeit zu geben, Neigungen, Interessen und Fähigkeiten zu erkunden. Zuspruch, Zuhören, Zugehörigkeit, Zuversicht und Zukunftsversionen spielen in der Phase der Orientierung eine besondere Rolle für das Selbstbewußtsein wie auch für die Selbstwahrnehmung der eigenen Fähigkeiten, welche wiederum aus der Sicht der GFW, eine wichtige Kompetenz darstellt, um auch den Schritt und den Übergang von Schule in den Beruf zu bewältigen. Das selbstbestimmte spätere Berufsziel soll mit größerem Ernst und gezielten Lernen angestrebt werden.

Die Gruppengrößen von 8 bis 12 Schülern pro Praxisfeld werden angestrebt. Neben den berufsfeldspezifischen Kompetenzerprobungen sollen folgende "allgemeine Tests" in die Eignungsanalyse aufgenommen werden:

1. Mathematiktest: Überprüfung des vorhandenen allgemeinen mathematischen Grundlagenwissens, wie Grundrechenarten: Bruchrechnen, Dreisatz und Prozentrechnung.

2. 60- minütiger Deutschtest: Die Sprachkompetenz der Schüler soll überprüft werden : Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung.

3. EDV-Test am Computer: Er soll Aussagen über die IT-und Medienkompetenz der Schüler geben. Für bestimmte gewerbliche und technische Berufe, wie z.B. der Modeberuf des KFZ.-Mechatronikers sind EDV-Kenntnisse unabdingbar.

4.Logiktest: Mit ihm sollen Aussagen zum räumlichen Feststellungsvermögen und zum technischen Grundverständnis gewonnen werden.

5. Assessment-Centerbung /Beispiel Dienstwagen: Dies ist ein Rollenspiel, in dem sowohl die Konflikt-, Team- und Durchsetzungsfähigkeit als auch die Sprachkompetenzen beobachtet werden.

Berufsfelder, wobei mindestens 3 von 20 ausgewählt werden

Nach einer Sicherheitsunterweisung des Ausbilders zum Umgang mit den Geräten und Werkzeugen, stellt dieser jeweils  kurz die Ausbildungsberufe und Tätigungsschwerpunkte kurz vor. Der Teilnehmer erhält danach einen praktischen Arbeitsauftrag, bei dem insbesondere die Arbeitsplanung, die Ausdauer, die Feinmotorik, die kritische Kontrolle, z. B. Überprüfung der Anzeichnung und der Sorgfalt beobachtet werden.

Berufsfeld Holz : Eine mögliche Arbeitsprobe ist das Herstellen eines Holzrahmens.

Berufsfeld Metall: Mit verschiedenen Vorlagen besteht die Arbeitsprobe darin, Draht zu biegen.

Berufsfeld Installationstechnik/Elektro: Die Arbeitsprobe Elektrotechnik ist das Messen elektrischer Größen. Hierzu gehört Bedienung von analogen Zeigerinstrumenten und digitalen Multimedien.

Berufsfeld Maler und Lackierer: Eine mögliche Arbeitsprobe ist das Lackieren einer Holzfläche oder das Verarbeiten einer Tapete.

Berufsfeld KFz-Technikerhandwerk (Kfz-Mechatroniker): Der Arbeitsauftrag könnte das Einstellen an einem Übungsmotor oder -Fahrzeuge sein

Berufsfeld Frisöre/Kosmetik: Der Arbeitsauftrag könnte die Beratung von fremden Menschen sein, der Umgang mit Werkzeugen  oder auch die Entwicklung von kreativen Ideeen zu dokumentieren.

Die Berufsfelder  Lager/ Logistik,Büro , Gartenbau, IT- Mediengestaltung, Erste Hilfe und Wellness/Massage/Fitness sind neu im Orientierungsprogramm.

Jeder Schüler schreibt nach den 9 Tagen einen Abschlussbericht, indem das Erlebte in eigenen Worten zusammengefaßt wird. In der Abschlussveranstaltung werden die gemachten Fotos präsentiert und erläutert. Jede Schülerin und jeder Schüler erhält sein Kompetenzprofil und das begehrte Zertifikat mit ein paar persönlichen und motivierenden Worten überreicht.

Ziel ist es, die 1200 Schüler in 2018 eine Kompetenzfeststellung zu ermöglichen. 75% der Kosten werden von Bundes-, sowie Wirtschaftsseite finanzeirt, weiter 25 % werden wie in den Jahren zuvor aus der Region getragen.

Die Peter Fuld Stiftung ist seit fast 10 Jahren Partner in diesem erfolgreichen und wegbahnenden Projekt beteiligt.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf der Homepage www.talentewerkstatt.org. Projektleiterin ist Frau Daniela Grund.

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